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Las Vegas: Der verrückteste Luxus der Welt

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Las Vegas: Der verrückteste Luxus der Welt

  • Superattraktionen und gigantische Casino-Hotels – ausschweifender Luxus, mit Kopien fremder Sehenswürdigkeiten dekoriert. Allabendlich ein Meer aus Lichtern, viel Klimbim und viel Blingbling. Die „Vergnügungshauptstadt“ der USA präsentiert sich wie ein einziger Erlebnispark. Aus der einst verruchten „Stadt der Sünde“ ist ein Familienreiseziel geworden. Die Nähe zu einigen der schönsten Nationalparks macht Las Vegas zugleich zum idealen Start- und Endpunkt für Autotouren durch den Südwesten.
Luxusreisen Las Vegas

Die kühle, frische Luft, die durch das offene Autofenster strömt, riecht nicht nach Sand und auch nicht nach Kakteen. Dennoch ist man mitten in der Wüste. Sie heißt genauso wie die Menschen, die vor langer Zeit hier lebten: Mojave – ein indigenes Kriegervolk, dessen Frauen Biber- und Kaninchenfelle trugen. Die Männer waren unbekleidet.

Von nackten Indianern ist zu dieser späten Stunde weit und breit nichts mehr zu sehen. Die vielspurige Straße vom Mc Carren Airport könnte sonstwohin ins Dunkel führen. Doch bringt sie die Ankömmlinge vorerst in die angeblich hellste Stadt der Welt. Las Vegas ist der Start- und Endpunkt ihrer Mietwagenrundreise durch Nevada, Arizona, Utah. Einige der schönsten Gegenden im Südwesten der USA und zwölf aufregende, erlebnisreiche Tage liegen vor ihnen.

Luxusreisen Las Vegas
Mitten in der Mojave-Wüste liegt die wohl verruchteste Stadt der Welt: Las Vegas.

Vom Truckernest zur Glamourcity

Es regnet nicht. Das scheint den Scheibenwischer in dem nagelneuen SUV jedoch nicht zu interessieren. Er wischt und wischt – zum Glück nur hinten, aber immer wieder. Und weiß der Wüstenfuchs, warum die rote Ampel jetzt eine leere Kreuzung sperrt. Für die beiden müden Insassen ein kleiner Zeitgewinn, um zu ergründen, mit welchem Dreh sich die quietschende Nervensäge an der Heckscheibe zum Stillstand bringen lässt. Dass der Flieger nicht am Tag gelandet ist, hat einen Vorteil: Die breite Fahrbahn bis zur City muss man sich in dieser späten Stunde fast mit niemand teilen.

Je weiter sich der massige Nissan Armada auf die schillernde Skyline zubewegt, umso zahmer und vertrauter fügt er sich mit seinen 390 Pferdestärken den noch wenig routinierten Fahrerhänden. Und vor den Reisenden erscheint allmählich, im Glamourglanz des abendlichen Lichtermeeres, die wohl verrückteste und sonderbarste Stadt der Welt.

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Lady Liberty die Zweite, gerne mal im T-Shirt, steht als Gallionsfigur des New York New York Hotels & Casino am Las Vegas Strip.

Erstmals Mitte des 19. Jahrhunderts von Mormonen besiedelt, diente der mit Quellen gesegnete Wüstenort auch als Fort der US-Armee und Wegstation für Reisende zwischen Kalifornien und New Mexico. Der große Aufschwung kam 1931, als der Staat Nevada das Glücksspiel legalisierte. Hotelcasinos, Wettbüros, Bars und Nachtclubs schossen wie Pilze aus dem Boden und lockten Gangsterbosse an, die die Stadt allmählich übernahmen.

In den 1970er-Jahren war Las Vegas bereits so heruntergekommen, dass es brave Bürger eher mieden.
Anschaulich dargestellt ist diese Entwicklung an einem authentischen Schauplatz, dem ehemaligen Post- und Gerichtsgebäude, in dem zahlreiche Mafiaprozesse stattfanden. Seit 2012 bietet der neoklassische Bau in Downtown als „Nationales Museum für organisierte Kriminalität und Strafverfolgung“ (MOB Museum) spannende Einblicke in die dunklen Kapitel der einstigen „Stadt der Sünde“.

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Alles ist ein Riesenrummelplatz, ein kitschig funkelnd-bunter Mix, frei nach dem Motto: „Die Hauptsache groß, laut und viel.“

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Groß, bunt, laut und viel

Mit gigantischen Bling-Bling-Shows wie der von Siegfried und Roy mit ihren weißen Großkatzen und anderen publikumswirksamen Attraktionen hielt zu Beginn der 1990er-Jahre der Familientourismus in Las Vegas Einzug. Mit immer neuen Sensationen buhlen seither die Hotels um Gäste.

Lawinen von Touristen durchströmen Tag für Tag den Strip, die knapp sieben Kilometer lange Hauptvergnügungsmeile zwischen Mandalay Bay Resort und dem 350 Meter hohen Stratosphere Tower. Hier kann man vom ägyptischen Sphinx bis nach Venedig laufen und kommt sogar noch an New York New York, der Schatzinsel und dem Eiffelturm vorbei.

Alles ist ein Riesenrummelplatz, ein kitschig funkelnd-bunter Mix, frei nach dem Motto: „Die Hauptsache groß, laut und viel.“ Und, wie die vielen Baustellen zeigen, ist kein Ende dieses Booms in Sicht. Zu den auffälligsten Neuigkeiten der letzten Jahre gehört der 2014 eröffnete High Roller, das mit knapp 168 Meter höchste Riesenrad der Welt – bis zur Ablösung durch das 250 Meter hohe Ain Dubai im Oktober 2021.

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Die Fly Linq Zipline verläuft über die Linq Promenade bis zum High Roller.

Entgegen vieler Behauptungen wurden diese vertikalen Karussells nicht in den USA erfunden. Zwar ging hier 1893 zur Weltausstellung in Chicago das erste richtig große, über 80 Meter hohe Riesenrad in Betrieb. Seine deutlich kleineren Vorgänger drehten sich jedoch bereits zu Beginn des 17. Jahrhunderts in Bulgarien.

Mit dem Cocktail in die Luft

Vom Zimmer im Platinum Hotel schaut man direkt auf das mit mehr als 2.000 LEDs illuminierte Monsterrad. Wie eine Raumstation ragt es zwischen all den hell erleuchteten Straßen und Gebäuden in den nächtlichen Las-Vegas-Himmel. In jeder seiner 28 geschlossenen Gondeln haben bis zu 40 Leute Platz.
Je nach Bedarf lässt sich jede der ufo-artigen Kabinen mit einer rollenden Bar ausstatten. Per Happy-Hour-Ticket kann man während der 30-minütigen Fahrt so viel trinken, wie man schafft. Besonders happy sind wohl die, die das fliegende All-you-can-drink-Erlebnis mit nur wenigen anderen teilen müssen. Mit ganz viel Glück hat man die Bar nebst Barmann oder -frau sogar ganz für sich allein.

Und wem der Weg dorthin zu Fuß zu uncool ist, der kann sich à la Superman – bäuchlings durch die Luft – per Fly Linq Zipline auf The High Roller zu bewegen. Sitzend geht natürlich auch und ist sogar noch etwas billiger. Die 35 Meter hohe Startrampe der Seilrutsche befindet sich im zwölften Stock des Linq Hotels. Das ist mit dem Riesenrad verlinkt durch eine Promenade gleichen Namens. Direkt darüber, an 330 Meter langen Seilen, können maximal zehn Superheros gleichzeitig die Welt retten, natürlich immer schreiend.

In der Hoffnung, dass keinem Helden von der Höhe oder dem letzten schnellen Cocktail plötzlich übel wird und sie davon beregnet werden, schauen die Passanten unten zu.

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Bei der Silent Disco gibt es die Musik direkt über die Kopfhörer auf die Ohren.

Jedem seine Disco

Während ringsum plötzlich alle ganz normal mit ihren Armen fuchteln, hüpfen oder wenigstens ein bisschen wackeln, stehen die zwei deutschen Touris wie blöd mit ihrem Sechs-Dollar-Eis herum. Sie sind beim Schlendern durch die dichtgefüllte Promenade in eine Silent Disco geraten.

Von Musik ist nix zu hören, denn die schickt der DJ jedem direkt auf die Ohren – auf drei verschiedenen Kanälen. „Hey, tanzt doch auch“, sagt Julie und drückt den beiden Wundertüten kabellose Kopfhörer in die Hand. „Sucht aus, was euch gefällt“, sagt die Promoterin und zeigt den Knopf zum Wählen. Und schon ist die stumme Tanzgemeinde um zwei Zappler reicher. Für den Augenblick ist es ein Spaß, aber eigentlich doch ganz schön krank.

Nur ein paar Schritte weiter kann man sich gemeinsam an handgemachten Rhythmen freuen. Eine junge Schlagzeugerin zeigt ihr Können und leiht die Trommelstöcke gerne auch mal aus. Gegenüber zeigen Graffiti-Sprayer ihr Talent. Und Künstlerin Cerissa Lopez vom Bowling-Zentrum Brooklyn Bowl malt farbenfrohe Blumen an den Laternenpfahl. Dahinter auf dem Strip beginnt der abendliche Pendellauf zwischen den Fontänenshows vor dem Bellagio und den Vulkanausbrüchen am Mirage.

Luxusreisen Las Vegas
Las Vegas bei Nacht: spektakulär, bunt und verheissungsvoll.

Ihr persönlich schönstes Las-Vegas-Erlebnis erwartet die beiden Autoreisenden am nächsten Morgen. Als die Sonne über Sunrise Mountain aufgeht und erst die Mojave-Wüste, dann die ganze City mit einem Feuerschein bedeckt, sind sie schon auf dem Interstate 15. Der Süd-Nord-Highway bringt sie aus der Stadt zu den atemberaubend schönen Landschaften der umliegenden Nationalparks – hinein ins echte Reiseabenteuer Südwest-USA.

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Tipps & Infos

Übernachten: Das Venetian Las Vegas schmückt sich mit Plagiaten venezianischer Sehenswürdigkeiten wie Markusplatz, Rialtobrücke oder Campanile. In knietiefen Kanälen kann man mit singenden Gondolieri um und durch das Hotel gondeln. Das Luxusresort hat 4.049 Suiten, 18 Restaurants, ein Casino, zahlreiche Geschäfte sowie ein Wachsfigurenkabinett.

Das 2005 eröffnete, nach dem Immobilienmogul Steve Wynn benannt Wynn Las Vegas zählt mit nur 2.716 Zimmern zu den eher mittelgroßen Luxushotels am Strip. Bekannt ist es vor allem für seine aufwändigen Revuetheaterproduktionen.
Das Fünfsternehaus Bellagio mit 3.950 Zimmern und rund 8.000 Mitarbeitern ist für seinen künstlichen See und die Wasser-Licht-Show (bis zu 140 m hohe Fontänen, 1.200 Düsen und ca. 4.000 Lampen) berühmt. Es war einer der Hauptschauplätze der Hollywoodfilme Ocean’s Eleven (2001) und Ocean’s 13 (2007).

Aktivitäten: Riesenrad The High Roller, Fly Linq Zipline: 11–1 Uhr, mögliches Körpergewicht 27–136 kg, mögliche Körperlänge 1–2 m oder Slotzilla Zipline in der Fremont Street, MOB Museum – Ausstellung 9–21 Uhr, „Der Untergrund“ mit Speakeasy (Kneipe) und Destillery 9–24 Uhr (300 Stewart Avenue, wenige Gehminuten von der Fremont Street). Der 350 m hohe Stratosphere Tower bietet neben einer tollen Aussicht auf Las Vegas verschiedene Attraktionen in luftiger Höhe.

Auskunft: www.visitlasvegas.com/de, www.visittheusa.de