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Mauritius: Tropenurlaub auf der Yoga-Welle

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Mauritius: Tropenurlaub auf der Yoga-Welle

  • Ob entspannende Verrenkungen, China-Tees und -ölchen oder ayurvedische Massagen – was heilt und guttut, weiß auf Mauritius jedes Kind. Wissen über Fitness, Medizin und Seelenwohl gehört für die Multikulti-Tropeninsulaner im Indischen Ozean seit jeher zum Alltag. Mitgebracht haben es einst ihre Ahnen aus Asien und Afrika. Ab 15. Juli stehen internationalen Urlaubsgästen die Resorts und Strände des immergrünen, immerwarmen Gesundheitsparadieses wieder offen. Da Spas und Inseltouren vorerst noch tabu sind, wird „Außen-Wellness“ umso mehr gefragt sein – etwa auf der Yogamatte oder einem Paddelbrett in der Lagune. Auch die hoteleigenen Wasser- und Golfsportangebote stehen zur Verfügung.
Mauritius. Luxusreisen

Wenn ich am Meer bin, auf die Wellen schaue und sie rauschen höre, geht es mir einfach gut. Kein Gefühl von Stress, kein Gedanke an Probleme“, sagt Shakti. Er ist 30, Taxifahrer und lebt dort, wo andere Urlaub machen – auf Mauritius. Dank sofortiger und strenger Vorsichtsregeln richtete Corona auf der Insel im Indischen Ozean relativ wenig Schaden an. Nun will das Land schrittweise zur Normalität zurückkehren und sich auch dem Tourismus wieder öffnen. Ab 15. Juli dürfen geimpfte und getestete Reisende in „Covid-19 safe Resorts“ inklusive deren Pools, Strände und Lagunen. Wer länger als 14 Tage bleibt und negativ getestet wird, kann auch die Insel erkunden.

Auf der Küstenstraße lenkt Shakti sein Taxi um das Tropen-Eiland – vorbei an Palmen, blühenden Bougainvillea-Blumenbäumen, pittoresken Fischerdörfern und endlos weiten Zuckerrohrplantagen. Zwischen den oft bunt bemalten Häusern, Gärten, Palmenhainen blitzt es türkis und dunkelblau, bis Wiesen, Felder, der nächste Hafen oder Strand den Blick auf Ozean oder Lagunen freigeben. Im Inselinneren, bis obenhin begrünt, ragen die Spitzen der Vulkane in den ewigen Sommerhimmel. Eine Landschaft, die wohl jedes noch so hoffnungslose Stress- und Hektik-Opfer runterbringt und zu guter Laune animiert.

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Mauritius hat noch viel mehr zu bieten als lange Sandstrände und das türkis glitzernde Meer: zum Beispiel blühende Bougainvillea-Blumenbäume, Vulkanhügel und verspielte Häuser.

Selbst das geschäftige Port Louis wirkt als Inselhauptstadt überwiegend ausgeruht. Ihre Besucher weiß sie mit Kontrasten zu verblüffen – nicht zuletzt, weil sie ein Hotspot aller Inselethnien ist. Da stehen Bauten aus der Kolonialzeit, farbenfrohe Tempel und Gotteshäuser aller Religionen neben nüchternen Bürohochhäusern, bieten sich zum Einkauf Fisch- und Bauernmärkte wie Designerläden an, wetteifern Straßenküchen mit vorzüglichen Gerichten unweit eleganter Restaurants. In trauter Nachbarschaft zum alten Hafen liegt die mondäne Caudan Waterfront mit dem Blue-Penny-Museum – benannt nach den dort gezeigten raren Exemplaren von Blauer und Roter Mauritius, den berühmtesten Briefmarken der Welt. Auch wenn es die meisten Reisenden hauptsächlich in die tropische Natur zieht: Einen Tagesausflug wert ist die mauritische Big City allemal.

Die Götter fahren mit

Shaktis Autoradio dröhnt. Um nicht schreien zu müssen, dreht er es ein kleines bisschen leiser. „Die Natur macht deinen Kopf frei und deinen Körper stark. Du musst sie nur in dich hineinlassen“, belehrt er seinen Fahrgast aus dem fernen Deutschland und überholt mit seinem neuen Benz, laut hupend einen Wagen, dessen Lenker sich offenbar ans Tempolimit 80 halten wollte. Der kleine Elefantengott am Spiegel schlenkert unfreiwillig zwischen neonbunten Kunststoffblumen hin und her.

Ganesha sei Dank, funktionierten beim entgegenkommenden Fahrzeug die Bremsen. Wie gut, dass es 330 Millionen hinduistische Götter gibt! Da hat immer irgendeiner Zeit zum Aufpassen. Der nach wie vor relaxte Taxifahrer macht die Bollywood-Musik nun wieder laut und saust in bester Laune mit seinem Gast durchs Wellnessparadies.

Die Spas sind derzeit noch geschlossen. Aber gesunde Wohlfühltechniken gibt es auch für draußen. Dass selbst jungen Einheimischen wie Shakti die wohltuende Wirkung ihrer Insel bewusst ist, spricht dafür, dass „Healthy Mauritius“ keine Erfindung von Marketingstrategen ist. Zur Werbung lässt sich dieses Image dennoch gut benutzen.

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Wie gut, dass es 330 Millionen hinduistische Götter gibt! Da hat immer irgendeiner Zeit zum Aufpassen.

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„Früher hatten wir fast ausschließlich französische Gäste, die hier Beach- und Party-Urlaub machten. In den letzten Jahrzehnten wurde unser Tourismus deutlich internationaler und vielfältiger“, erklärt Kevin Ramkaloan, Geschäftsführer von Business Mauritius und ehemaliger Direktor des staatlichen Fremdenverkehrsamtes.

Wellness auf der Wiese

Wenn in den kommenden Wochen und Monaten der Reisebetrieb wieder in Gang kommt, stellt man sich auf Gäste aus aller Welt ein. Und trotz momentan noch geltender Einschränkungen kann man davon ausgehen, dass sie nicht nur am Hotelstrand liegen. Zu den gefragtesten Aktivitäten dürften Yoga-Kurse zählen. Wer die Fertigkeit dazu nicht mitbringt, kann sie erwerben – und zwar aus erster Hand.

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Einen Tagesausflug ist die kontrastreiche Hauptstadt von Mauritius – Port Louis – allemal wert.

„Für die Menschen hier gehören Entspannungsübungen und Meditation zum Tagesablauf. Viele wachsen in ihren hinduistisch oder buddhistisch geprägten Familien quasi damit auf“, sagt Henrio Thomas, dessen Vorfahren aus Südindien stammen. Sein Wissen und Können als Yoga-Lehrer gibt er gerne an die Gäste des „Oberoi“ weiter und hilft ihnen, das Gleichgewicht zwischen Körper, Geist und Seele auszuloten.

Wie etliche andere mauritische Hotels hat sich das Luxusresort an der Baie aux Tortues im Nordwesten der Insel dem Wellnessgedanken verschrieben. Dabei geht es längst nicht nur um Spa-Spaß und Naturkosmetik. Publikumsfavorit ist Yoga unter freiem Himmel – sprich: mit Blick auf Meer und Berge am Sandstrand oder auf der grünen Wiese. Fortgeschrittene verwandeln sich zu menschlichen Knoten, während Anfänger sich zunächst mühen, auf einem Bein zu stehen, ohne umzufallen und dabei das Luftholen nicht zu vergessen.

Henrio zeigt ihnen, wo es lang geht bei den Übungen mit all den Körperteilen und was man mit ihnen tut. Den Fortgeschrittenen zeigt er neue Techniken und Varianten. Fit wie ein Turnschuh ist der hagere 53-Jährige. Das spornt alle an. Sein Rezept: „Kein Alkohol, kein Nikotin, kein Fleisch und wenig Zucker.“ Yoga macht er selbst nur einmal täglich. Wichtig sei der richtige Beginn des Tages. „Ich stehe jeden Morgen fünf Uhr auf, trinke einen Liter Wasser und bringe meinen Kreislauf mit Atemübungen in Schwung“, vertraut er seinen Schülern in der Pause an. Viele inspiriert das – genauso wie die wundervolle Szenerie aus Grasland unter hohen Palmen, direkt am Ozean.

Mauritius bedeutet Multikulti, heiß und bunt

So friedlich, wie sich die Insel heute zeigt, so wechselvoll ist ihre fast 500-jährige Kolonialgeschichte. Bevor Mauritius zusammen mit Rodrigues und weiteren Mini-Eilanden im Jahre 1968 ein unabhängiger Staat wurde, quetschten es Portugiesen, Niederländer, Franzosen wie auch Briten zu ihrem eigenen Vorteil aus.

Der positive Nebeneffekt: Jede der Besatzungsmächte trug ihr Scherflein bei zum bunten Multikulti-Mix von heute, ebenso wie die einst als Sklaven entführten Afrikaner oder als Billigarbeitskräfte angelockten und ausgebeuteten Inder und Chinesen. Deren Nachkommen bilden jetzt den größten Teil der Bevölkerung. Rund die Hälfte von ihnen sind Hindus.

Ihr Hauptheiligtum Ganga Talao ist die wichtigste hinduistische Pilgerstätte außerhalb Indiens. Der gleichfalls als Grand Bassin bekannte Bergsee befindet sich ganz in der Nähe von Chamarel, der „Siebenfarbigen Erde“. Während man das rätselhafte Aussehen dieser gelb-orange-rot-braun-lila-blau-grünen Hügellandschaft mit chemischen Prozessen erklären kann, ist der mit Süßwasser gefüllte Vulkankrater Ganga Talao weitestgehend unerforscht. Laut Hinduglauben soll er direkt mit dem heiligen Ganges verbunden sein.

Rund um ihn herum sind Tempel, Opferschreine und Figuren aufgebaut. Bis vor kurzem wurden sie allein von dem 33 Meter hohen Shiva überragt. Nun ist der Götterkönig nicht mehr Single, denn seine genauso lange Kollegin Durga Maa Bhavani leistet ihm seit einigen Jahren Gesellschaft, allerdings auf der gegenüberliegenden Straßenseite.

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Bis vor Kurzem wachte der Götterkönig Shiva allein über die wichtigste hinduistische Pilgerstätte außerhalb Indiens – seit einigen Jahren leiste ihm seine Götterkollegin Durga Maa Bhavani auf der anderen Straßenseite Gesellschaft.

Gesundes aus dem Osten

Unzählige farbenfrohe Hindu- und Tamilentempel gibt es auf Mauritius – ebenso wie Kirchen und Moscheen. Neben der Architektur profitiert auch die mauritische Küche von den verschiedenen Kulturen. Wie viel Potenzial in dieser Mischung steckt, beweist der reiche Fundus überlieferter Heil- und Gesundheitslehren von Ayurveda bis zur traditionellen chinesischen Medizin.

Eng damit vertraut ist Dr. Siddick Maudarbocus. Der international bekannte Arzt leitet das ganzheitliche Wellness- und Gesundheitszentrum „Les Mariannes“. Das in D’Epinay, ganz in der Nähe des Botanischen Gartens von Pampelmousses befindliche Refugium wirkt nüchtern, fast wie ein Krankenhaus. Doch das ist den Besuchern nach der ersten Rückenmassage meistens einerlei. Ohne lange Erklärungen zu brauchen, kommt die Therapeutin mit ihren erstaunlich „gut sehenden“ Fingern gleich zum schmerzenden Punkt und schickt die eine oder andere hässliche Verspannung darunter direkt zum Teufel.

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Henrio Thomas gibt sein Wissen und Können als Yoga-Lehrer an die Gäste des „Oberoi“ weiter.

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Einen anderen Weg, kleinere Blockaden abzubauen, weiß Rajshree Harry. Die schöne Fitnesstrainerin hat Gäste des Paradis Beachcomber Hotel zu einer SUP-Yoga-Session (Yoga auf dem Stand-up-Paddling-Board) eingeladen. Hin und her schaukelt ihr Paddelbrett auf den sanften Meereswellen. Wie die Prinzessin auf dem fliegenden Teppich sitzt die junge Frau darauf mit gekreuzten Beinen. Zuerst faltet sie die Hände, dann streckt sie sie aus, stützt sich auf die wackelige Unterlage – und macht einen tadellosen Kopfstand. Ihre Schüler sind beeindruckt. Sie lernen zunächst knieende und stehende Positionen.

Vor rund acht Jahren in den USA entstanden, fand der schwimmende Entspannungstrend schnell auch großen Anklang in Mauritius. Dank Tropenklima ist die Insel für die junge Wellness-Disziplin zu jeder Jahreszeit ein idealer Ort. Denn selbst wenn man als Ungeübter schnell mal die Balance verliert, fällt man nur ins seichte Wasser der Lagunen. Das ist stets fast badewannenwarm, und obendrein so klar und bläulich schimmernd, dass man meint, es könne sogar Geist und Seele reinigend durchspülen.

(Die Recherche zu diesem Beitrag wurde unterstützt vom Fremdenverkehrsamt Mauritius und den Hotelgruppen Beachcomber, Clubmed und The Oberoi.)

Tipps & Infos

An- und Einreise: Viele Airlines bieten günstige Direktflüge von Deutschland nach Mauritius – darunter neben Air Mauritius auch Air France, Austrian Airlines, British Airways, Condor, Eurowings (von Düsseldorf und München) und Lufthansa. Ein Visum ist für die Einreise nicht erforderlich. Für EU-Bürger und Schweizer genügt der gültige Reisepass sowie vom 15. 7. bis 30. 9. (mit Ausnahme von Kindern und Jugendlichen unter 18) der Nachweis einer vollständigen Covid-19-Impfung sowie negativer PCR-Tests vor und nach dem Flug bzw. nach dem 7. und 14. Tag ihres Aufenthaltes im Resort. Wer länger bleibt und negativ getestet wird, darf sich frei im Land bewegen. Ab 1. 10. wird das wieder vom ersten Reisetag an möglich sein. Nichtgeimpfte unterliegen auch dann noch einer 14-tägigen Hotelzimmerquarantäne.

Klima/Reisezeit: Durchgängig mildes Klima und sommerliche Temperaturen machen die Tropeninsel zwischen Afrika und Asien zu einem ganzjährig lohnenswerten Reiseziel. Am angenehmsten ist das Wetter von April bis Juni sowie von September bis Dezember. Die größte Hitze und Leuchtfeuchtigkeit herrschen zwischen November und April. In dieser Zeit kann es auch zu Wirbelstürmen kommen. Dank seiner Lage wird Mauritius jedoch meist davon verschont. Heftige Regenfälle gibt es eher in den zentral gelegenen Gebirgsregionen. Von Mai bis Oktober ist es deutlich kühler. Am tiefsten sinkt das Thermometer an den Küsten im August und bringt Einheimische bei manchmal unter 20 Grad zum Frieren. Ideale Surfzeit ist von Juni bis August.

Unterkunft: Eine Liste der vorab genehmigten „Covid-19 safe Resorts“ ist ab dem 20. Juni 2021 unter www.mauritiusnow.com verfügbar. Resorts mit tollen Wassersport- und Außenwellnessangeboten sind The Oberoi, die Beachcomber Hotels Paradis und Dinarobin, das Long Beach sowie Club Med La Plantation D’Albion.

Zum Vergrößern der Hotelbilder Bildergalerie anklicken.

Aktivitäten: Nach 14-tägigem Resortaufenthalt mit negativem Testergebnis bzw. ab 1. 10. auch vom ersten Reisetag an möglich sind Ausflüge auf die Naturschutzinsel Île aux Aigrettes, nach Chamarel mit Wasserfall und Siebenfarbiger Erde, zum Hinduheiligtum Grand Bassin, in den Botanischen Garten von Pampelmousses oder in die Hauptstadt Port Louis mit dem Blue-Penny-Museum.

Gesundheit: Eine Auslandskrankenversicherung (am besten mit Rückholoption) ist empfehlenswert, da Leistungen von Privatkliniken kostenpflichtig sind. In Krankenhäusern und regionalen Gesundheitszentren ist die medizinische Versorgung weitgehend kostenlos. Zwingend erforderlich ist ein guter Sonnenschutz. Übermäßig viele Insekten gibt es – ebenso wie giftige oder andere gefährliche Tiere (bis auf wenige Ausnahmen wie Seeigel, Stein- und Feuerfische) – auf der Insel nicht. Mückenschutz dabei zu haben, kann jedoch nicht schaden.

Allgemeine Reiseauskünfte: www.mauritiusnow.com  und www.tourism-mauritius.mu/de.

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