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Glamping auf Fidschi: Blaumachen in der Südsee

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Glamping auf Fidschi: Blaumachen in der Südsee

  • Rund 2.000 Kilometer nördlich von Neuseeland ragen immergrüne Spitzen von erloschenen Vulkanen als viele winzig kleine, wenig große Eilande aus dem Pazifik. Die rund tausend Fidschi Inseln und ihre schillernden, dicht bewohnten Unterwasserwelten sind wie gemacht für Träumer, Abenteurer und Genießer
Luxusreisen – Camping auf Fidschi: Blaumachen in der Südsee

Meeresrauschen light. Ganz nahe, direkt vor mir. Sanft und leise, als wollte sie nicht stören, schiebt die Lagune ihre Wellen auf den weißen Sand – fast bis zu meinen Zehenspitzen. Mein Bett steht unter Palmen. Durch die Zeltwand höre ich das Rascheln ihrer Blätter. Was für ein genialer Inseltraum… Doch bin ich nicht schon wach? Ich stehe auf und ziehe den großen Reißverschluss nach oben. Nun sehe ich mein Traumbild in 3D – noch etwas graublau von der Nacht, doch ganz real und einfach wunderschön: ein Tropenparadies wie aus dem Bilderbuch.

Fidschi. Luxusreisen
Bin ich wach oder träume ich? Die Fidschi Inseln sind wie ein Traumbild in 3D.

Dank Jetlag habe ich den Sonnenaufgang nicht verschlafen. Gerade geht er los. Hinter meinem Zelt färbt er zuerst den Himmel und die Südsee pink und golden, macht aus den schwarzen Bergen gegenüber grüne und taucht schließlich meine ganze kleine Insel in strahlend klares Morgenlicht. Auf Drawaqa hat der Tag begonnen. Das kleine Eiland, Teil des Yasawa-Archipels im Nordwesten Fidschis, ist bei Einheimischen wie Touristen auch bekannt als Barefoot Manta Island. Warum, werde ich gleich wissen.

Lärm zerreißt die morgendliche Stille. Lautes Klappern. Jemand schlägt mit Holz auf Holz – Alarm auf Fidschianisch. Laufen. Schreie. „Mantaaas, Mantaaas!“ schallt es durch das Camp. „Bringt die Schnorchelsachen mit!“, ruft Josh Potier, der Tauchlehrer aus Perth. Schlaftrunken folgt ihm eine Handvoll Gäste Richtung Jetty. Ich mische mich darunter und steige mit ins Boot. Es fährt zu den Mantarochen, von denen derzeit zirka 15 in Küstennähe leben. „Die Meerenge zwischen Drawaqas Nordspitze und Naviti Island ist ein Tummelplatz der großen Fische“, erklärt der junge Westaustralier während der kurzen Fahrt.

Bei günstigen Strömungsverhältnissen sei der Pazifik zwischen den Felsen hier besonders reich an Krill und anderem Plankton. „Für die Riffmantas, die stets in Küstennähe leben und total auf diese Minitierchen stehen, ist der schmale Ozeankanal eine wahre Schlemmermeile“, sagt der 22-Jährige.

Fischi. Luxusreisen
Die Insel Drawaqa ist auch als Barefoot Manta Island bekannt – in Küstennähe finden viele Mantarochen ihr Zuhause.

Bei der ersten Flut am Morgen, so kurz nach sieben, habe man die besten Chancen, sie zu sehen. Das Taucherteam von Barefoot Manta weiß ziemlich sicher, wann und wo man wen im Wasser treffen kann. Zusammen mit einem Meeresbiologen richtet es derzeit ein kleines Schulungszentrum ein, in dem die Gäste des Resorts viel über die Natur der Fidschis erfahren sollen.

Manta, Manta!

In der Mitte beider Inseln stoppt das Boot. Joshs Kollege Sami springt voraus, taucht auf und zeigt einen großen Daumen. „Let’s go“, sagt er, und alle sieben Passagiere folgen ihm ins klare, noch etwas kühle Nass. Spätestens jetzt sind alle wach – und bereit fürs erste Abenteuer dieses Tages.

Das lässt nicht lange auf sich warten. Aus dem tiefen, dunklen Blau bewegen sich drei flache Schatten direkt auf mich zu. Kraftvoll, jedoch ohne Eile, schlagen sie ihre mächtigen Flossen, als seien es Flügel, erinnern mich an riesige Vögel und zugleich an Kampfjets oder Ufos. Wie mit einem einstudierten Tanz – oder besser einer Flugvorführung – präsentieren sich die schwarz-weißen, sonderbaren Fische. Allein ihr breites Maul, das unablässig auf und zu geht, verdient Respekt – selbst wenn Menschen nicht auf ihrer Speisekarte stehen.

Bis zu fünfeinhalb Meter Flossenspannweite und – einschließlich Peitschenschwanz – fünf Meter Länge kann ein Riffmanta erreichen. Doch bereits diese gut drei Meter breiten Exemplare sind aus allernächster Nähe recht beeindruckend. Mit angehaltenem Atem nehme ich zur Kenntnis, dass die vermeintliche Show der eleganten Schwebeschwimmer offenbar eine interaktive Vorstellung ist.

Inzwischen direkt vor und neben mir, ändern die Mantas ihre Choreografie, nehmen mich in ihre Mitte und umkreisen mich. Deutlich seh ich ihre Augen, Kiemen und die einrollbaren kleinen Flossen an den Mäulern. Nebeneinander und so plötzlich wie sie vor wenigen Minuten erschienen waren, verschwinden die majestätischen Tiere wieder im blauen Irgendwo.

Besser als im Kino

Am Mittag geht das Inselhopping weiter nach Kuata Island, vorbei an kinoreifen Südseepanoramen. Jedes Eiland, das ich mit dem Motorboot passiere, könnte eine Filmkulisse sein. Von dichtem Tropenwuchs bedeckte Berge, nackte Felsen in bizarren Formen, blendend weiße Strände, umrahmt von Palmen und Lagunen – grün, türkis und blau in allen Tönen zwischen Ozean und Himmel.

Bizarre Felsformationen, Sandstrände und Palmen – die Naturschauspiele auf Fidschi sind besser als Kino! 

Fidschi. Luxusreisen

Tatsächlich haben nicht wenige Regisseure die westlichen Fidschiinseln in ihren Werken verewigt. Robert Zemecki etwa drehte seine Robinsonade „Cast Away“ („Verschollen“) mit Tom Hanks 2000 auf Monuriki im Mamanuca-Archipel. Die Insel Nanuya Levu im Norden der Yasawa-Kette diente mehreren Verfilmungen des Kitschdramas „Blue Lagoon“ (1949 und 1980) als wirkungsvolles Bühnenbild.

Wirklich großes Kino – und obendrein noch life – erleben alle Passagiere des Yasawa Flyers, einem sportlichen Katamaran, der den Archipel als täglich verkehrende Fähre schnell und bequem mit der Hauptinsel verbindet. Highlight jeder Tour ist die Passage von Kuata und Wayasewa. Auf einem rund zwölf Meter hohen Stein zwischen beiden Inseln wird das Schiff nach alter melanesischer Gepflogenheit begrüßt – von einem Krieger. Hoch oben steht er da in seinem Flatterrock, präsentiert die hölzerne Parade-Waffe, schwingt sie über seinem Kopf und tanzt.

Kuata. Fidschi. Luxusreisen
Traditionelle Begrüßung nach melanesischer Gepflogenheit: Hoch oben auf dem Felsen schwingt der Krieger seine hölzerne Waffe und tanzt.

Dieses Mal sehe ich Kuata nicht nur aus der Ferne. Fast unmittelbar vor meinem komfortablen Zelt legt das Bötchen an. Nessy hilft beim Ankern. Erst jetzt erfahre ich, dass der nette junge Typ in Jeans und Bula-Shirt, der mich bei dieser Fahrt begleitete, eben einer dieser Krieger auf dem Felsen ist. Er lädt mich ein, am nächsten Vormittag mit ihm Begrüßungsdienst zu schieben.

Den Rest des Tages nutze ich dazu, Kuata zu erkunden, wandere hinauf zu ihren Gipfeln und genieße das wunderbare Panorama auf Bucht und steile Wände sowie die Nachbareilande Wayasewa und Waya, wo der Berg Batinareba mit 579 Metern als höchster Punkt der Yasawas in den Himmel ragt.

Die schönste Aussicht ist jedoch tatsächlich die von meinem Zelt. Lasse ich den Eingang offen, kann ich vom Bett aus „Südseekino“ gucken. Durch Palmen über Sand und die Lagune fällt mein Blick auf nahe grüne und ferne blaue Inselberge. Dazu viel Himmel und jede Menge Ozean. Pflanzen, frische Luft und Tageslicht bietet auch mein schickes Freilichtbad, wo ich nachts unter Sternen duschen kann.

Fidschi. Luxusreisen
Luxus auf Fidschi bedeutet: aufwachen direkt am Meer.

Aber ganz egal, ob ich in einer noblen Zeltsuite oder einer einfachen Strandhütte übernachte: Der eigentliche Luxus dieses Landes sind seine tausend Inseln und der Ozean, die tropische Natur und seine liebenswerten Menschen.

Mit freier Brust und Keule

Am nächsten Morgen steht Nessy mit der Keule vor dem Zelt. Es ist soweit. Bald kommt die Fähre. Wie es sich anfühlt, wenn man dort lebt, wo andere Urlaub machen, will ich von Nessy auf dem Weg zum Felsen wissen. „Wir sind hier zu Hause, schon deshalb ist der Ort für uns der schönste in der Welt“, erklärt der 25-jährige Familienvater, der auf der Nachbarinsel Waya wohnt.

„Aber wenn Leute wie du um die ganze Welt fliegen, um Fidschi zu sehen, muss es ja wohl das Paradies sein“, fügt er lachend hinzu. Nun müssen wir uns beeilen. Das Schiff ist schon zu sehen. Im Nu erklimmt der junge Melanesier – nur mit etwas Bast bekleidet – den schroffen Brocken aus Millionen Jahren alter Lava, beeindruckt sein entferntes Publikum und mich mit großen, wilden Gesten und einer imposanten I-wau-Keule.

Während ich am Fuß des Felsens an Kannibalen-Feste denke, klettert der Freizeitkrieger wieder runter und drückt mir seine Keule in die Hand. „Eine Waffe, die immer nur zum Tanzen und für Zeremonien verwendet wurde“, sagt Nessy beinahe schüchtern grinsend, als könne er Gedanken lesen. Dass seine Urahnen Menschenfleisch gegessen haben sollen, kann er sich selbst kaum vorstellen.

Tatsächlich Angst davor, verspeist zu werden, hatte seinerzeit William Bligh. Als Kapitän der „Bounty“ von seiner meuternden Mannschaft ausgesetzt, entdeckte der britische Seefahrer 1789 in einer offenen Barkasse als erster Europäer Fidschis Hauptinseln Viti Levu und Vanua Levu sowie die Yasawas. Das Gebiet dazwischen heißt bis heute ihm zu Ehren Bligh Water.

Insbesondere die streng geschützte Vatu-I-Ra Passage in diesem Teil der Südsee gehört zu den weltweit besterhaltenen und artenreichsten Stein- und Weichkorallenriffen. Weder mein Begleiter Atonio Racika von Tourism Fiji noch ich haben jemals irgendwo anders so etwas gesehen. Wir sind einfach überwältigt.

Überwältigender Anblick: Die Vatu-I-Ra Passage gehört zu den weltweit besterhaltenen und artenreichsten Korallenriffen.

Großartige Unterwassernatur in kristallklarem Wasser können wir ebenso in der Nähe von Kuata zu bestaunen. Nicht zuletzt, weil der hier stationierte Meeresbiologe Dr. Thomas Vignaud über Haie promoviert hat, liegt der Schwerpunkt sowohl in seiner Forschung als auch bei den Aktivitäten, die das Barefoot Kuata Resort den Gästen anbietet, auf genau diesen Meeresbewohnern.

„Leider wissen die meisten Menschen immer noch viel zu wenig über diese schützenswerten Tiere“, sagt der 32-jährige Franzose, der in Neukaledonien quasi mit Haien aufgewachsen ist. Wer einen Tauchschein hat und keine Angst, dem zeigt Thomas, wie schön und friedlich Bullenhaie sind. Ich begnüge mich vorerst bei einer Schnorcheltour damit, neugierigen und dennoch zurückhaltenden Schwarz- und Weißspitzenriffhaien nahe zu kommen. Und da sie manchmal bis in die Lagune kommen, werde ich sie später wohl sogar von meinem Zelt aus sehen können.

(Die Recherche zu diesem Beitrag wurde unterstützt durch Cathay Pacific und das staatliche Fremdenverkehrsamt Tourism Fiji.)

Tipps & Infos

Überblick
Offiziell gehören etwas mehr als 300 Inseln zur Republik Fidschi. Zählt man auch die ganz kleinen mit, sind es über 1.000. Der seit 1970 unabhängige Inselstaat (bis dahin britische Kronkolonie) liegt im Südlichen Pazifik, etwa 2.000 Kilometer nördlich von Neuseeland. Das größte Ballungszentrum rund um die Hauptstadt Suva auf der Hauptinsel Viti Levu hat rund 330.000 Einwohner, rund ein Drittel der Gesamtbevölkerung.

Beste Reisezeit
Ganzjährig. Auf allen Fidschiinseln herrscht tropisches Südseeklima. In den meisten Monaten klettert das Thermometer zeitweise auf über 30 Grad Celsius. Ein recht verlässlicher, leichter Südostwind kühlt die Küstenbereiche auf angenehme Wärme. Die Wassertemperatur weicht nur selten von der 27-Grad-Marke ab. Im feuchteren Sommer von November bis April gibt es nachmittags kurze, heftige Schauer. Die populärste Reisezeit ist zwischen dem späten März und dem frühen Dezember, touristische Hochsaison im Juni und Juli.

Anreise
Rund 27 Stunden Flug via Hongkong oder Brisbane/Australien etwa mit Cathay Pacific und Fiji Airways.

Einreise
Reisepass und Rückflugticket genügen.

Inselhopping
Zwischen der Hauptinsel Viti Levu und den Yasawas verkehrt täglich die moderne Linienfähre „Yasawa Flyer“ von South Sea Cruises.

Noch schneller und bequemer geht es mit einem Wasserflugzeug von Turtle Airways, zu weiter entfernten Inseln fliegt Fiji Airways.

Sehenswertes
Zu den attraktivsten Orten der Fidschis zählen die malerischen Mamanuca- und  Yasawa-Inseln sowie die Strände der Coral Coast auf der Hauptinsel Viti Levu. Neben tropisch grünen, oft bergigen Insellandschaften locken die kleinen Südseeparadiese ebenso mit schillernden Unterwasserwelten. Besonders artenreiche, intakte Korallenriffe befinden sich auch in Bligh Water zwischen Viti Levu und den Yasawas sowie rund um Taveuni und Vanua Levu.

Übernachten
Barefoot Manta und Barefoot KuataNaturnahe, bequeme Unterkünfte in diversen Kategorien bieten Barefoot Manta und Barefoot Kuata in den südlichen Yasawa Islands. Das komfortable Zelt für zwei mit privatem Open-Air-Badezimmer ist ab rund 70 Euro die Nacht zu haben. Essen pro Person und Tag kostet 40 Euro.

Empfehlenswert sind auch folgende Resorts mit festen Unterkünften von komfortabel bis luxuriös:

  • Das auf Naukacuvu Island (ebenfalls zur Yasawa-Inselgruppe gehörend) liegende Paradise Cove Resort (5 Sterne)
  • Das Wananavu Beach (4 Sterne) an der Gold Coast auf der Hauptinsel Viti Levu. Ab etwa 230 Euro für zwei Personen gibt es dort die „All-Inclusive Nightly Rate“ in der einfachsten Zimmerkategorie „Garden View Bure“ – Übernachtung mit Frühstück, Zweigänge-Lunch und Dreigänge-Abendessen für zwei Personen
  • das familiengeführte Villenresort Volivoli Beach unweit der Stadt Rakiraki an der Nordspitze der Hauptinsel Viti Levu
  • Durch seine Nähe zum internationalen Flughafen Nadi besonders günstig für Ankunfts- und Abreisetage ist das familienfreundliche Sofitel Fiji Resort und Spa (5 Sterne)

Essen & Trinken
Feine einheimische wie asiatische und internationale Küche mit tollen vegetarischen Gerichten gibt es im Restaurant des Sofitel Fiji Resorts auf Denarau Island.

Auf den Yasawa-Inseln gehört das Restaurant des Navatu Stars Boutique Resorts auf Yaqeta Island zu den besten. Serviert werden dort vor allem frischer Fisch und Meeresfrüchte sowie vegetarische Gerichte.

Geld
Die Währung ist der Fidschi-Dollar (FJD). Derzeitiger Umrechnungskurs: 1 EUR – 2,51 FJD

Zeit
Mitteleuropäische Zeit plus 10 Stunden

Gesundheit
Impfungen sind nicht vorgeschrieben. Gegen folgende Krankheiten sind sie empfohlen: Diphterie, Hepatitis A, Masern, Poliomyelitis und Tetanus.

Reiseliteratur
DuMont Reise-Handbuch Reiseführer Südsee von Rosemarie Schyma, 4. Auflage 2017, 408 Seiten, ISBN 9783770178384, 26,99 Euro.

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